Klassische Herrenmode und das süße Leben.



Anzugpflege und Aufbewahrung

Ich habe mir nach reiflicher Überlegung und mit viel Geld einen neuen Anzug gekauft, aber was jetzt? Wie sorge ich dafür, dass er möglichst lange gut aussieht? Wie reinige ich ihn? Im Zusammenhang mit Schuhen, habe ich mich mit diesen Fragen bereits befasst. In diesem Beitrag geht es um Anzüge und zum Abschluss ganz kurz um Krawatten.

Lagerung

Damit das Jackett, insbesondere im Schulterbereich, seine Form behält, sollte es auf einem Kleiderbügel gelagert werden, der die enthaltenen Schulterpolster nicht hängen lässt. Dazu reichen einfache Varianten* völlig aus. Wer Angst vor Motten hat, kann Bügel aus Zedernholz* nutzen oder Zedernholzblöcke* zwischen seine Anzüge hängen.

Diese Formbügel besitzen in der Regel eine Querstrebe, die einerseits den Bügel stabilisiert und andererseits zum aufhängen der Hose genutzt werden kann. Mir ist die Fummelei mit der Hose und dieser Querstrebe meistens zu nervig. So hängen zumindest die Hosen, die ich häufiger nutze, auf einem separaten Hosenbügel*. Diese Hosenbügel sind quasi einfacher zu bedienen und wirken sich (durch die lang hängende Lagerung) positiv auf Tragefalten in der Hose aus.

Pflege und Reinigung

Den üblichen Alltagsdreck auf Anzügen wird man relativ leicht wieder los: Trocknen lassen und dann ausbürsten. Dabei ist es wirklich wichtig, den Dreck erst trocknen zu lassen, da man ihn sonst nur noch tiefer in das Gewebe einarbeitet. Außerdem benötigt man eine Kleiderbüste mit einigermaßen festen Borsten*. Vor allem sollte man keine Fusselrollen benutzen. Man produziert damit nicht nur unnötig viel Müll, sondern zieht durch die Klebewirkung die Fasern des Stoffs aus ihrer Struktur heraus. So kann ein Anzug ganz schnell unansehnlich werden.

Spezielle Flecken erfordern dagegen eine spezielle Behandlung. Rotwein bekämpft man z.B. am besten mit Weißwein. Grundsätzlich ist es empfehlenswert einen Profi mit der Behandlung schwieriger Flecken zu beauftragen. Nichtsdestotrotz sollte man seinen Anzug nicht turnusmäßig in die Reinigung geben. Auch die chemische Reinigung ist eine Strapaze für den Stoff und sollte nur vorgenommen werden, wenn es auch wirklich notwendig ist.

Es befinden sich seit Jahren Anzüge in meinem Besitz, die noch nie eine Reinigung von innen gesehen haben. Da ein Anzug bei korrekter Passform keinen direkten Hautkontakt hat, gibt es keine speckigen Stellen wie etwa bei einem Hemd. Es reicht in der Regel, ihn gelegentlich auszubürsten.

Krawattenpflege

Auf dem Beitragsbild kann man erkennen, dass ich meine Langbinder auf einem handelsüblichen Krawattenhalter* in die Garderobe hänge. Das ist kein Zufall, sondern dient auch hier dazu, Tragefalten zu beseitigen. Wie bei der Lagerung von Hosen, zieht das Eigengewicht den Stoff wieder glatt. Dementsprechend kann ich von einer eingerollten Krawattenlagerung in Boxen nur abraten. Die Falten im feinen Seidenstoff, die durch den Krawattenknoten entstehen, verschwinden sonst irgendwann nicht mehr.

Kleine, einfache Flecken lassen sich mit Gallseife und vorsichtigem Wassereinsatz entfernen. Aber Vorsicht, selbst Wasser kann auf feiner Seide Flecken hinterlassen. Komplizierte Verschmutzungen überlasst man einer vertrauenswürdigen Reinigung. Dabei sollte man bedenken, dass eine Krawatte, wegen ihrer Konstruktion, nicht einfach gebügelt werden kann. Zum Bügeln ist es notwendig sie auseinander zu nehmen.

Krawatten aus anderen Materialien sind pflegeleichter. Doch auch für diese Varianten gilt, dass sie zum Bügeln zerlegt werden müssen.

Fazit

Für Schuhe, Anzüge und Krawatten gilt im Prinzip gleichermaßen, dass sie in Form gelagert werden sollten. Alle verwendeten Materialien brauchen ihre Ruhepausen um Falten und Feuchtigkeit loszuwerden. Als Faustregel lasse ich meine Kleidungsstücke mindestens doppelt so lange liegen wie ich sie genutzt habe. Nach einem Arbeitstag von ca. 12 Stunden bekommen Schuhe, Anzug und Krawatte also mindestens 24 Stunden Ruhe. Diese Pausen sollte man seinen Kleidungsstücken gönnen um möglichst lange Freude an Ihnen zu haben.

Sechs Paare Rahmengenähter Schuhe.

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