Klassische Herrenmode und das süße Leben.



Das Revers an Weste und Jackett

Das Revers ist ein Bestandteil des Jacketts und der Weste, dessen Eigenheiten einem ungeschulten Betrachter oft nicht gleich auffallen. Ein gut gewähltes Revers kann die eigene Körperform positiv betonen. Eine schlechte Wahl wirkt dagegen schnell unpassend.

Steigend und fallend

Das folgende Jackettrevers bezeichnet man als fallendes Revers (engl. notched lapel). Es ist heutzutage die am weitesten verbreitete Art und dadurch vergleichsweise unauffällig.

Hahnentritt-Dreiteiler mit breitem Revers

Jackett mit breitem, fallendem Revers. Foto von Kamerakata.

Das Gegenstück zum fallenden ist das steigende Revers (engl. peaked lapel). Die Spitzen dieses Typs erzeugen eine sehr spezielle Optik, die nicht jedermanns Sache ist. Es strahlt, meiner Meinung nach, eine gewisse Selbstsicherheit aus. Harvey Specter aus der Serie Suits dient es sogar als Markenzeichen.

Karierter Dreiteiler mit Grandad Shirt und Ballonmütze. Jackett mit steigendem Revers.

Jackett mit schmalem, steigenden Revers. Foto von Christina Becker Photography.

Der Schalkragen

Wenngleich Westen oft gar kein Revers haben, verleiht es ihnen eine gewisse Vollständigkeit. Ist das Jackett abgelegt, sieht man mit einer solchen Weste immer noch angezogen aus. Als Beispiel soll uns hier eine Weste mit dem sogenannten Schalkragen (engl. shawl lapel) dienen. Diesen kennen die Meisten vom Smokingjackett, wobei ein Smoking nicht zwangsläufig einen Schalkragen haben muss und ein Schalkragen ein Jackett nicht automatisch zum dinner jacket macht.

Hellblaues Hemd mit weißem Kragen, dunkelgrüne Krawatte aus Seidengrenadine und grau-karierte Weste mit Schalkragen

Weste mit breitem Schalkragen

Die richtige Breite

Das Foto zum fallenden Revers ist ebenso ein gutes Beispiel für eine recht breite Variante. Im Vergleich dazu sind in den letzten Jahren sehr schmale Spielarten beliebt gewesen. Das war bereits in den 60ern der Fall, wie man an Serien wie Mad Men sehen kann. Der Trend geht aktuell jedoch wieder zum breiten Revers.

Während der Reverstyp vor allem eine Geschmacksfrage ist, sollte die Breite zur eigenen Körperform passen. Schmale Varianten sehen auf einer breiten, kräftigen Brust eher verloren aus. Sie gelten außerdem als eher sportlich und nicht so elegant wie die breiten Alternativen. Es bietet sich außerdem an die Krawatte bzw. den Krawattenknoten und das Revers in der Breite aufeinander abzustimmen.

Beispiel für ein schmales, fallendes Jackettrevers

Kaufempfehlungen

Westen und Anzüge mit den unterschiedlichsten Reverstypen gibt es bei Charles Tyrwhitt* und für den kleinen Geldbeutel auch bei Amazon*. In der Online-Maßkonfektion des Tailorstore* sind die Westen leider stets ohne Revers. Beim Anzug ist es wählbar.

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