Klassische Herrenmode und das süße Leben.



Vintage Bespoke: Mein erster Maßanzug Teil 3/3

Dieser Blogbeitrag ist der dritte und letzte Teil einer Trilogie über meinen ersten Bespoke-Anzug. Im ersten Teil habe ich bereits Stoff und Schnitt ausgewählt. Außerdem hat Sebastian Maß genommen. Im zweiten Teil ging es um die Anproben, die sog. Fittings. In diesem Beitrag präsentiere ich euch das Endergebnis.

Der Bespoke-Dreiteiler getragen vom stolzen Besitzer und seinem Schöpfer.

Der Bespoke-Dreiteiler getragen vom stolzen Besitzer und seinem Schöpfer.

Nach den Anproben beschenkte mich Sebastian quasi pünktlich zu Heiligabend mit dem fertigen Anzug und damit war der ganze Bespoke-Prozess praktisch abgeschlossen.

Da der abgebildete, abnehmbare Kragen durch seine ausladende Form noch etwas in den Kragen der Anzugjacke drückte, nahm Sebastian bei der Abholung eine kleine Korrektur an der Schulterpartie vor und dressierte sie nochmal. Nachdem wir dann nochmal intensiv den Anzug von oben bis unten begutachtet und für gut befunden hatten, fuhr ich mit dem guten Stück nach Hause.

DIe Besonderheiten

Seitdem mache ich immer wieder neue Bilder vom Dreiteiler und die sagen ja bekanntlich mehr als Tausend Worte. Nichtsdestotrotz möchte ich nochmal auf ein paar Besonderheiten des Schnitts am fertigen Exemplar hinweisen.

Die Hose hat einen sehr hohen Bund, der meinen Oberkörper, stark verkürzt. Wenn ich bereits ein anständiges Ganzkörperfoto gemacht hätte, würde man auch sehen, dass der hohe Bund außerdem meine Beine optisch verlängert. Das macht eine sehr schlanke Figur. Die Damenwelt macht von diesem Umstand mittlerweile wieder regen Gebrauch indem man sich sog. High-Waist-Hosen kauft. Die meisten Männer tragen ihre Hosen weiterhin lieber in der Kniekehle – schade eigentlich. Man beachte nebenbei die entsprechend kurz gebundene Krawatte.

Separate Bilder zu Hochbundhose, kurzer Weste und Gesamteindruck des Dreiteilers.

Separate Bilder zu Hochbundhose, kurzer Weste und Gesamteindruck des Dreiteilers mit hohen Armlöchern.

Die Weste wird durch den hohen Hosenbund sehr kurz. Das sieht gewöhnungsbedürftig aus, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Die Weste bleibt auch im Sitzen an Ort und Stelle. Bei längeren Westen öffnet man bekanntlich den untersten Knopf um zu vermeiden, dass die Weste sich beim Hinsetzen unschön nach oben schiebt. Dementsprechend kann man bei derart kurzen Westen auch getrost alle Knöpfe schließen. Nebenbei sei noch erwähnt, dass die Weste sehr hoch schließt und dadurch wenig preisgibt.

Das Jackett ist deutlich länger als moderne Anzugjacken. Es ragt noch mehrere cm über das Gesäß hinaus. Das fällt allerdings nicht unangenehm auf, da die Länge mit Hosenbund und Weste perfekt harmoniert. Außerdem sind die Knöpfe am Jackett höher angebracht, so dass das Revers kurz bleibt.

Die Rückseite des Jacketts mit langem Mittelschlitz und eingenähtem Gürtel.

Die Rückseite des Jacketts mit langem Mittelschlitz und eingenähtem Gürtel.

Besonders schön sind außerdem die hohen, kleinen Armlöcher, und die dadurch sehr schmalen Jackettärmel, geworden. Last but not least sehr ihr hier den sportlich gestalteten Rücken der Anzugjacke. Der eingearbeitete Gürtel und die daraus resultierende Taillierung sind für mich zwei der Höhepunkte von Sebastians Arbeit.

Die Vorlage

Da Leyendecker-Illustrationen als Referenz dienten, nutze ich sie offensichtlich auch gerne als Vorlage für Fotos. Diesbezüglich werde ich auf Instagram sicher noch einige Bilder des Anzugs in verschiedenen Kombinationen nachliefern. Lasst bis dahin nochmal unsere konkreten Bezugsbilder auf euch wirken.

Werbeillustrationen des amerikanischen Modehauses Kuppenheimer

Die Werbeillustrationen des amerikanischen Modehauses Kuppenheimer, die als Referenz dienten.

Im ersten Teil der Reihe geht es um Auswahlprozess und Maßnahme.

Im zweiten Teil der Reihe geht es um die Anproben.

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