Klassische Herrenmode und das süße Leben.



Erfahrungen mit Hockerty Maßanzügen

Da ich in vielen meiner Beiträge Hockerty* empfehle, werde ich gelegentlich zu meinen Erfahrungen mit Anzügen von dort gefragt. Hockerty ist für mich nicht der heilige Gral der Maßkonfektion, allerdings bietet es gerade für Einsteiger eine kostengünstige Möglichkeit an schöne Kleidung zu kommen.

Aller Anfang ist schwer

20er Jahre Outfitbeispiel für Gangster "Al Capone".

Mein erster Anzug von Hockerty. Foto von Kamerakata.

Lange bevor ich diesen Blog begann, war ich bereits Kunde bei Hockerty, bzw. Tailor4Less wie sie damals hießen. Bis zum Start meiner Zusammenarbeit mit Hockerty kaufte ich dort immerhin 4 Anzüge zum vollen Preis und war nie enttäuscht. Die Passform der Anzüge war nicht immer ideal, aber die Kosten des Änderungsschneiders wurden mir stets als Guthaben angerechnet, teilweise auch ausgezahlt.

Preis-/Leistungsverhältnis

Die Anzüge von Hockerty gehören zur Kategorie Maßkonfektion. Das bedeutet, dass ein vorhandenes Schnittmuster auf die eigenen Maße angepasst wird. Das ist qualitativ nicht zu vergleichen mit echter Maßschneiderei. Für eine optimale Passform reichen korrekt abgenommene Maße nicht aus. Mir passen die Schnitte von Hockerty gut, aber das trifft sicherlich nicht auf jeden zu. Im Ladengeschäft kann man sowas ausprobieren, im Internet nicht. Außerdem wird Maßkonfektionsware im Gegensatz zur Konfektionsware nicht zurückgenommen. Dieses Risiko im Online-Handel kann man nicht wegdiskutieren.

Dunkelblauer Tweed-Dreiteiler

Dunkelblauer Tweed-Dreiteiler von Hockerty

Das Revers wird bei Hockerty verklebt (fused) und nicht vernäht. Das ist kein Qualitätsmerkmal, aber in dieser Preisklasse, so wie auch bei günstigen Anzügen von Hugo Boss, gängige Praxis. Die Fertigung erfolgt in China und da es keine Ladengeschäfte gibt, werden einige Kosten eingespart.

Wenn man mit diesen Einschränkungen leben kann, dann bietet Hockerty ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Die Qual der Wahl

Rotbrauner Tweed-Dreiteiler

Rotbrauner Tweed-Dreiteiler. Weste mit Revers.

Im Vergleich zu anderen Maßkonfektionären bietet Hockerty außerdem eine sehr große Bandbreite an Design-Optionen an. Dazu gehören Westen mit Revers und eine große Stoffauswahl. Das war für mich der Hauptgrund dort einzukaufen. Wenngleich die Gestaltung bei Hockerty auch Grenzen hat. In letzter Zeit gibt es beispielsweise immer seltener Stoffe ohne Kunstfaseranteil und die Option auf ein wirklich breites Jackett-Revers sucht man im Online-Konfigurator ebenfalls vergeblich.

Fazit

Durch die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und das gute Preis-/Leistungsverhältnis halte ich Hockerty* für eine empfehlenswerte Bezugsquelle für ein Budget unter 500 Euro.

Wenn ein Gesamtbudget ab 1000 Euro vorhanden ist, dann gibt es bessere Anlaufstellen. Sebastian Hoofs aus Köln bietet beispielsweise auch Maßkonfektion an. Bei ihm bekommt man eine deutlich höhere Qualität und eine persönliche Beratung.

Eine Alternative zur Maßkonfektion ist ggf. die Konfektion, also Stangenware. Bei SuitSupply* ist die Verarbeitungsqualität im Vergleich zu Hockerty im selben Preissegment besser, dafür gibt es wenig Raum für eigene Gestaltungsideen und die eigenen Maße.

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